Freude durch Vertrauen
«Und er [Jesus] sprach zu ihnen: Was seid ihr so furchtsam? Habt ihr noch keinen Glauben?» Markus 4,40
Das griechische Wort für «Glaube» lautet pistis, was «Vertrauen» bedeutet. Wir haben vergessen, dass Glaube Vertrauen ist, Vertrauen in Gott. In diesen aufwühlenden Zeiten haben wir Angst, wie die Jünger. Kriege verbreiten Schrecken, die Zeiten sind ungewiss.
Der Bericht von der Stillung des Sturms erinnert die Jünger an die zentrale Stellung des Vertrauens, besonders im Angesicht von Gefahren. Dieses Vertrauen wird von Jesus bis zum Äussersten verkörpert. Ostern mit ihrer Botschaft von der Auferstehung ist die Verkündung des Siegs, den das unerschütterliche Vertrauen von Jesus in Gott errungen hat. Das Vertrauen erweist sich – entgegen allen Erwartungen – als die richtige Haltung. Ostern ist der Sieg des Vertrauens in die Liebe Gottes, kurz: der Sieg des Glaubens.
Vertrauen ist entscheidend, verändert es doch das Leben, indem es neue Beziehungen ermöglicht, wenn der Nächste freundlich an- und aufgenommen wird. Das setzt voraus, dass Angst und Vorurteile abgelegt werden.
Die Osterfreude ist der Widerhall des Siegs, den das Vertrauen über die in die Gewalt führende Angst errungen hat.
Konrad Zimmermann
Lieber Phillippe Kneubühler
Herzlichen Dank für die spannenden Gedanken!
Das Thema "Vertrauen", "Glaube" beschäftigt mich nämlich schon lange! - Neulich bin ich auf das Wort "pistis" gestossen, gerade auch im amerikanischen Theologie- Kontext. Für mich ist Glaube nie etwas leeres, sondern eine Beziehung, die ich prüfe, die mich herausfordert, die lebendig ist, wechselseitig.
Früher schon bin ich dem Wort "Gottvertrauen" begegnet. Das hatte für mich einen wunderbaren, warmen, väterlichen, beschützenden Klang. Es ist das kindliche Vertrauen in das Gute in der Welt, das ich schon oft erlebt habe, und das mich auch heute immer wieder schützt und trägt. Neu ist dazu gekommen "Geistvertrauen". Der Geist weht, wo er will; aber wenn ich offen bin, mich auf den Weg nach draussen mache, und offen bin, kann ich ihm immer wieder begegnen.
Besonders wichtig für die Kirche finde ich ds Verhältnis zum Leitbild Jesus. Eigentluch sollte es immer da sein, auch, oder gerade, in der reformierten Kirche. Von ihm geht ja die reformierende Kraft aus! Das ist für mich Ostern, wenn der Glaube an Jesus sich aktualisiert, artikuliert, Akzente setzt, auch in unserer heutigen modernen Welt. Glaube an Jesus ist auch eine wechselseitige Beziehung, so wie andere eine Beziehung zu Buddha, Krishna, Moses oder Mohammed haben. Sie muss gepflegt werden! Und sie ist für mich als Christ immer da, gross, klein, und spannend...
Frohe Ostern!
Liebe Grüsse in den Jura vom Brienzersee.
Konrad Zimmermann
Philippe Kneubühler
Lieber Herr Zimmermann,
Danke für Ihren spannenden Kommentar ! Sie haben Recht: Jesus ist das Leitbild für jeden Christen, jede Christinnen und natürlich auch für unsere Kirche. Mögen wir es nicht zu vergessen !
Liebe Grüsse aus dem Jura
Philippe Kneubühler
Elisabeth Lutz-Höffling
Danke Philip Kneubühler uns zu erinnern dass GLAUBE VERTRAUEN heisst Als verantwortliche Menschen dürfen aber nicht blind glauben - nicht blind vertrauen. Das TUN gehört dazu.
Wie ist meine Antwort auf Misstrauen ? Untereinander.
Wie "übe" ich Vertrauen. ?
Für's TUN brauche Mit-Menschen denen ich vertrauen kann. Bin ich selbst so Einer ?
Philippe Kneubühler
Liebe Frau Lutz-Höffling,
Danke für ihren Kommentar ! Vertrauen ist eine Grundhaltung, sie haben aber Recht: Vertrauen wächst mit den positiven Erfahrungen. Wir sollten aber unsere Enttäuschungen diesbezüglich nicht in ein generelles Mistrauen führen lassen. Menschliches Miteinander ist kompliziert und Verletzungen gehören zum Leben, leider. Dabei sind wir eingeladen, den Weg der Vergebung einzugehen.
Liebe Grüsse
Philippe Kneubühler