Symbolbild Winter
Wort auf den Weg

«Wir können nicht offen genug sein»

Am 13. Dezember 2025 verstarb der allseits sehr geschätzte alt-Synodalratspräsident Samuel Lutz-Léchot. Die Reformierten Kirchen Bern Jura Solothurn trauern um ihn. 

Synodalrätin Ursula Marti
Von Ursula Marti

Der Pfarrer und Theologe war ein grosser Menschenfreund, präziser Denker, bescheidener und humorvoller Gesprächspartner. Er trat ein für Offenheit und Toleranz in- und ausserhalb der Kirche - gepaart mit Besonnenheit und Weitsicht. Von ihm stammt der Ausspruch «wir können nicht offen genug sein».

Dieser kurze Satz hat es in sich! Gerne nehme ich ihn gedanklich mit auf den Weg ins eben gestartete Neue Jahr. «Wir können nicht offen genug sein» ist eine Mahnung, nichts als gegeben oder als «fertig» zu betrachten, immer bereit zu sein, noch einen Schritt weiter zu gehen. Wir sind eingeladen, neuen Gedanken und Ideen mit ehrlichem Interesse zu begegnen, ja, auch Unkonventionellem eine Chance zu geben. Das heisst nicht, einfach alles gut zu finden, jedoch offen zu sein für eine vertiefte Auseinandersetzung und bereit zu sein, den gewohnten Pfad zu verlassen - und darauf vertrauen, dass der neue Wege zu einem guten Ziel führt. Welchen ungewohnten Pfad schlagen Sie im Neuen Jahr ein?

Samuel Lutz hat übrigens auch diese wunderbare Ode ans Leben geschrieben: 

Es ist das Leben
so viel mehr, als was wir erleben,
so viel tiefer, als wir ergründen,
so viel wunderbarer, als wir’s erstaunen,
auch gnädiger, als wir es ersorgen.

Ich wünsche Ihnen viel Offenheit und Tiefsinn im Neuen Jahr!

Kommentare

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Konrad Zimmermann

13.01.2026

Danke Ursula Marti!
Ich sage es gerne so: mehr erleben, tiefer ergründen, wunderbarer erstaunen, gnädiger ersorgen....
Und offen sein: ja!
Das Leben ist vielfältig - aber wir können es erfahren.
Lg Konrad Zimmermann

Ursula Marti

14.01.2026

Lieber Konrad Zimmermann, ja, es ist sicher auch ein Appell, mehr zu erleben, ergründen, erstaunen, gnädiger sein. Meine Erfahrung ist, dass dies gar nicht immer so einfach ist, aber man kann es sich vielleicht angewöhnen? Versuchen wir es!

Helena Durtschi

13.01.2026

Danke für diese weitsichtigen Worte, ich nehme das, was du und Samuel zum Ausdruck bringen, gerne ins neue Jahr mit...- der Weite des Lebens mit Vertrauen und offenem Herzen zu begegnen.

Bernhard Linder

14.01.2026

Vielen Dank, liebe Ursula, für die Würdigung der Worte von Samuel Lutz.
Ich habe es erwähnt anlässlich des Leidmahls: Samuel war mir Vorbild und bester Freund. Die Zusammenarbeit mit ihm bleibt in bester Erinnerung

Ursula Marti

14.01.2026

Lieber Bernhard, ich durfte Samuel zum Glück auch noch persönlich kennenlernen und habe ihn sehr geschätzt. Er war immer sehr bestärkend und seine Gedanken und Einschätzungen waren sehr inspirierend. Diese Erinnerungen werden auch mir bleiben, dafür bin ich sehr dankbar.

andreas urweider

15.01.2026

salü sam! luschtig gsiin mid dier o ar grimslen siinerziit. grimslen und grinse passt ja fascht.aber äärischt: äs ischt mengischt gööd gsiin o mid diiner schiiche koräktheit. häbs gööd!