240513-Stau-Autobahn_MarcoVerch-CC
Wort auf den Weg

«Mögest Du die Kraft haben, die Richtung zu ändern, wenn Dich Dein Weg nicht mehr weiterführt.»

Viel zu viele Menschen sind beharrlich unterwegs auf ihrem Weg. Sie bemühen sich, den einmal eingeschlagenen Weg konsequent zu verfolgen, gemäss dem Motto «der Weg ist das Ziel». Doch betont dieses Motto vor allem, dass man sich überhaupt auf den Weg machen muss, um ein Ziel zu erreichen. Dabei geht manchmal vergessen, dass sich die Beharrlichkeit primär auf das Ziel richten sollte und weniger auf den Weg dorthin.

250520/Andreas U. Schmid/ Sommersynode 2025_Lenka Reichelt
Von Andreas U. Schmid

Es lohnt sich jedenfalls immer mal wieder, einen Marschhalt einzulegen. Einerseits um Energie zu tanken und den weiteren Weg mit neuem Elan unter die Füsse nehmen zu können. Anderseits hat man bei einer Rast auch die Möglichkeit, sich zu besinnen. Wo möchte man eigentlich hin?  Und ist der ausgesuchte Weg aktuell wirklich der sinnvollste?

Das gilt nicht nur für den Boxer im Ring, den Bergsteiger im Nebel, die Präsidien vieler Länder oder den Fernfahrer im Stau. Das gilt auch für die Kirche als Gebäude, als Institution und als Religion. Es ist an der Zeit, dass wir als Kirche uns von Gott bewegen lassen und den Menschen verpflichtet bleiben. Auch wir müssen uns im Strom der Zeit immer wieder orientieren, um relevant zu bleiben, ohne beliebig zu werden. Mit Kirche in Bewegung sind wir unterwegs. Die Gesprächssynode mit jungen Menschen, welche «Kirche» mit ihren Ideen weiterbringen wollen, hat viele Türen geöffnet. Unsere gemeinsame Aufgabe ist es nun, die richtigen dieser Türen zu wählen und gleichzeitig zu entscheiden, welche alten Türen wir dafür schliessen. Wir kommen nicht darum herum, die Kernaufgaben bzw. die Ziele gemeinsam zu schärfen, damit wir gemeinsam auf unseren weiteren Weg aufbrechen können. 

Gestalten wir die Gegenwart, um auf Gottes Zukunft zu setzen!

Kommentare

Der Inhalt dieses Feldes wird nicht öffentlich zugänglich angezeigt.
  • Symbolbild Winter

    Am 13. Dezember 2025 verstarb der allseits sehr geschätzte alt-Synodalratspräsident Samuel Lutz-Léchot. Die Reformierten Kirchen Bern Jura Solothurn trauern um ihn. 

  • Symbolbild Ausdauer

    Darum wollen denn auch wir, die wir von einer solchen Wolke von Zeugen umgeben sind, alle Last ablegen und die Sünde, die uns so leicht umgarnt. Wir wollen mit Ausdauer laufen in dem Wettlauf, der vor uns liegt, und hinschauen auf den, der unserem Glauben vorangeht und ihn vollenden, auf Jesus, der im Blick auf die vor ihm liegende Freude das Kreuz erduldet, die Schande gering geachtet und sich zur Rechten des Thrones Gottes gesetzt hat. Hebräer 12,1-2

  • 2025_Wunschbaum_Detail

    Diese Zeile von Hermann Hesse aus dem Gedicht «Stufen» gehört für mich zum Kürzesten und gleichzeitig Schönsten, was je dazu geschrieben wurde. Sie bringt poetisch auf den Punkt, was uns bei einem Neuanfang positiv bewegt – ein Zauber ist damit verbunden, denn wir wissen nicht, was die Zukunft bringen wird.