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Wort auf den Weg

Wort auf den Weg zum Reformationssonntag

Am ersten Sonntag im November feiern die evangelisch-reformierten Kirchen in der Schweiz den Reformationssonntag. Zur grundlegenden Erkenntnis der Reformatoren gehörte es, dass sich die Kirche immer wieder neu zu reformieren hat. Da diese Sichtweise unseren Blick in die Zukunft lenkt, nennen wir in den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn den Reformationssonntag auch den Visionssonntag.

Synodalrätin Annette Geisbühler
Von Annette Geissbühler

Visionär war man damals schon in der Reformationszeit als die Reformatoren die Bibel ins Deutsche übersetzten und Forderungen aufstellten, dass alle – und nicht nur eine Elite – von einer Bildung profitieren sollen, um selbst die Bibel lesen zu können. Bildungsinstitutionen wurden gegründet wie die Hohe Schule in Bern, die im Berner Reformationsjahr 1528 ins Leben gerufen wurde und eine Vorläuferin und eigentlich der Grundstein der heutigen Universität Bern war. 

Als jemand, die sich selbst während Jahren im Bereich der Bildung engagiert hat, ist mir sehr bewusst, welche Bedeutung Bildung für die Menschen durch die Jahrhunderte gehabt und bis heute mehr denn je hat. Gerade in einer Zeit, wo künstliche Intelligenz (KI) immer mehr Antworten auf unsere Fragen parat hat, gilt es, die Deutungshoheit über das Wissen zu behalten, - was nur mit einer soliden und breiten Bildungsgrundlage möglich ist - um verantwortungsbewusst und kritisch auch mit KI umgehen zu können. Denn dort ist der grosse Unterschied zwischen Bildung und KI: KI kann keine Verantwortung übernehmen, das können nur gut ausgebildete Menschen.

Es gilt bei den jungen Menschen das kritische und selbständige Denken in der Ausbildung zu fördern, damit sie dereinst Verantwortung für unsere demokratische Gesellschaft übernehmen können.

Die Antworten und der Umgang auf die grossen Fragen unserer Zeit, wie z.B. die Klimaveränderung, Krieg, Einhaltung der Menschenrechte, Hungersnöte und Flucht benötigen in Zukunft mehr denn je Menschen mit einem breiten Bildungshorizont, vernetztem Denken und Kreativität.

Die grosse Bildungsoffensive, wie sie Luther mit der Reformation angestossen hat, geht weiter und ist nicht weniger anspruchsvoll als damals.

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    «Gott, du bist mein Gott, den ich suche, meine Seele dürstet nach dir. Mein Leib schmachtet nach dir im dürren, lechzenden Land ohne Wasser.» Ps 63, 2

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    «Zweifelt niemals daran, dass eine kleine Gruppe umsichtiger und engagierter Menschen die Welt verändern kann.» Margaret Mead

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    Und ich werde euch ein neues Herz geben, 
    und in euer Inneres lege ich einen neuen Geist. 
    Und ich entferne das steinerne Herz aus eurem Leib 
    und gebe euch ein Herz aus Fleisch. (Ezechiel 36,26)