Der erste regionale Armeeseelsorgehalbtag wurde von den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn gemeinsam mit der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Bern organisiert. «Regional» umfasst im Zeichen der Zweisprachigkeit unserer Kirche auch die Kirchen der Conférence des Eglises Romandes CER. Und da die Armeeseelsorge katholischerseits in der Zuständigkeit der Bischofskonferenz liegt, erstreckt sich die «Region» bis ins Luzernische. So fanden sich gut dreissig Personen aus den Kantonen Bern, Jura, Waadtland, Fribourg und Luzern zusammen. Unter ihnen waren amtierende und potentielle zukünftige Armeeseelsorgende sowie Behördenmitglieder.
Der fachliche Austausch sowie die persönliche Vernetzung wurden als sehr wertvoll erlebt. Das Grusswort von Synodalrätin Ursula Marti und das Schlussvotum von Edith Rey Kühntopf, Regionalverantwortliche des Bischofsvikariats, würdigten den Dienst der Armeeseelsorgenden. Sie machten deutlich, dass die Kirchen einerseits in der Pflicht stehen, eine hochwertige Armeeseelsorge zu gewährleisten, andererseits auch davon profitieren, dass die Armeeseelsorge positive Erfahrungen ermöglicht und durchaus auch Menschen ermutigt, (wieder) in die Kirche einzutreten. Wobei dies nie ein Ziel sein darf. Grundsätzlich gilt (nicht nur) in der Spezialseelsorge ein striktes Missionsverbot, und jede Begegnung ist vom unbedingten Respekt vor dem Gegenüber geprägt.
Pfrn. Dr. theol. Christine Dietrich gab einen eindrücklichen Einblick in ihre Arbeit bei SWISSINT, dem Kompetenzzentrum der Schweizer Armee für die Friedensförderung im internationalen Rahmen, die sie u.a. mehrmals pro Jahr in den Kosovo führt. Pfrn. Lea Dürig stellte ein Fallbeispiel vor, das in Kleingruppen intensiv bearbeitet wurde.
Das Podiumsgespräch führte Patrick Schafer, Leiter der Fachstelle Spezialseelsorge und Diakonie der römisch-katholischen Landeskirche des Kantons Bern. Dabei wurde deutlich, dass die Arbeit in der Armeeseelsorge auch die Arbeit in Kirchgemeinde und Pfarrei befruchtet.
Laurent Lassarre, Pasteur der Église protestante réformée du canton de Vaud, Daniel Unternährer, Diakon im Pfarramt Pfaffnau, und Manuel Perucchi, Regionalpfarrer für den Oberaargau und das Untere Emmental, waren sich einig, dass ihr Engagement in der Armeeseelsorge für sie selbst keinen Stress bedeute (jedenfalls weniger als für seine Ehefrau, meinte Laurent Lasserre, und erntete dafür heiteres Gelächter im Publikum) und gute Impulse für ihre pastorale Arbeit im Alltag gibt.