Interview mit Dr.in Miriam Zimmer
Wirkung und Wirkungsorientierung im kirchlichen Kontext
Was wirkt eigentlich, wenn Kirche wirkt? Und wer entscheidet das überhaupt? Kaum ein Begriff prägt aktuelle kirchliche Debatten so stark wie jener der Wirkung – und zugleich sorgt er für Unsicherheit, Reibung und neue Fragen. Zwischen theologischer Tradition, knappen Ressourcen und wachsendem Legitimationsdruck gewinnt Wirkungsorientierung an Bedeutung. Im Interview sprechen wir mit Dr.in Miriam Zimmer darüber, was dieser Perspektivwechsel für kirchliches Handeln bedeutet.
franco Pedrotti
Die Erklärung der Tätigkeit von Frau Miriam Zimmer ihrer Kinder gegenüber ist typisch für wohlbehütete Bildungsbürgerkinder.
In meiner Tätigkeit als Kampfsporttrainer würden die meisten 12 Jährigen in meinem Training nach dem ersten Satz nicht mehr zuhören und abschalten, weil sie das nicht verstehen.
Ich persönlich finde die Gedanken von Frau Zimmer gut!
Allein mir fehlt der Glaube, dass sich das in den Köpfen der vielen Pfarrpersonen, die sich noch heute wie kleine selbstgefällige Päpste verhalten, durchsetzt.
Ein Beispiel: Ich habe bei meiner Pensionierung 10 Reformierte Kirchgemeinden im Umkreis angeschrieben und angeboten, dass ich gerne als ehrenamtlicher Mitarbeiter mitarbeiten möchte im Bereich der Musik (Gesang, Gitarre, Irische Flöte), weil ich Musiker war. Dazu habe ich diverse breitgefächerte Vorschläge gemacht, wo ich eingesetzt werden könnte. Ergebnis. Keine einzige Rückmeldung. Ich habe daraufhin noch einmal nachgefragt und immerhin 3 Rückmeldungen erhalten. Ergebnis: 1 Gemeinde hatte ein vages Interesse an meiner ehrenamtlichen Mitarbeit. Anscheinend blühen diese Kirchgemeinden derart (was ich allerdings nicht sehe), dass sie kein Interesse an Menschen haben die gerne Mitarbeiten wollen, oder sie wollen gar nicht dass jemand mitmacht und wollen die Arbeit so weitermachen wie 1528. Ich bin jedenfalls ziemlich ernüchtert und überlege mir ernsthaft aus der Kirche auszutreten die mich offensichtlich nicht mehr will.
Raphael Petit
Guten Tag Herr Pedrotti
Vielen Dank für Ihren Kommentar. Es tut uns leid, dass Ihre Bemühungen wenig Reaktionen hervorgerufen haben. Die Kirche ist eine grosse Institution und manchmal geht etwas unters Eis. Ehrenamtliche Tätigkeit ist jedoch sehr willkommen. Wenden Sie sich doch bitte an das Sekretariat Ihrer Kirchgemeinde oder an unsere Fachverantwortliche Freiwilligenarbeit.
https://www.refbejuso.ch/kirche/sich-engagieren/freiwilligenarbeit
franco Pedrotti
Guten Tag Herr Petit
Vielen Dank für die Rückmeldung.
1. O.g. Angebot und Anschreiben ging an Pfarrämter, Kirchgemeinderäte/innen und Sekretariat. Per Lesebestätigung habe ich gesehen, dass die Nachricht mindestens angekommen und geöffnet wurde. Ich lasse die Erklärung "manchmal geht etwas unters Eis" spätestens nach dem zweiten Erinnerungs Schreiben nicht mehr gelten. Zumal die Nachricht zum Teil an 3 verschiedene Adressen und Personen in einer Kirchgemeinde ging
2. Nicht Hauptamtliche Mitarbeit ist in 9 von 10 Gemeinden die ich angeschrieben habe nicht gewünscht. Und von diesen 10 Gemeinden haben 7 nicht einmal geantwortet. Das ist meine nüchterne Bilanz und auch die sehr einladenden Webseite der Landeskirche https://www.refbejuso.ch/kirche/sich-engagieren/freiwilligenarbeit ändert nichts an dem grossen Problem der Kirchgemeinden, wie sie grösstenteils in Wirklichkeit arbeiten und sich organisieren. Und im Grunde genommen verweist die Webseite lediglich auf die Kirchgemeinden vor Ort. Und dies "vor Ort" habe ich aktiv gesucht.
Ich weiss auch, dass es durchaus engagierte Kirchgemeinden und deren Mitarbeiter gibt. Aber ebenso weiss ich und habe es schon zur Genüge erlebt, weil ich selber über 44 Jahre im kirchlichen Dienst in diversen Landeskirchen im In -und Ausland gearbeitet habe, dass es auch die Anderen Kirchgemeinden bzw. Mitarbeiter gibt, die demotiviert, frustriert und perspektivlos sind und am liebsten nur noch die Leute um sich haben wollen, die ihrer Meinung sind und Andere - Fremde Leute eher als Belastung empfinden als als Bereicherung.