Synode unterstützt Menschen, die durch das soziale Netz fallen
20.05.2026 - Das Kirchenparlament unterstützt weiterhin die Berner Beratungsstelle für Menschen in Not. Die Jahresrechnung schloss 2025 besser ab als budgetiert.
Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn haben das Rechnungsjahr 2025 mit einem Ertragsüberschuss von fast 595'000 Franken abgeschlossen, gut 2,8 Millionen Franken besser als budgetiert. Das Resultat rührt auch daher, dass Pfarr- und andere Stellen nicht vollständig besetzt werden konnten. In der gestrigen Debatte im Berner Rathaus mahnten Synodale an, dass der kleine Überschuss bei einem Aufwand von 89,8 Mio. Franken den Blick nicht auf die Tatsache verstellen dürfe, dass finanziell schwierigere Jahre auf die Kirche zukämen.
«Der Synodalrat teilt das Anliegen, die Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende in Katechetik und Sozialdiakonie zu verbessern.»
Die Mitglieder des Kirchenparlaments haben beschlossen, die Berner Rechtsberatungsstelle für Menschen in Not bis 2029 weiterhin mit einem Beitrag von jährlich 200'000 Franken zu unterstützen. Vielfach nehmen Menschen Beratungen im Migrationsrecht in Anspruch. Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn tragen mit ihrer Unterstützung dazu bei, dass sie nicht durch alle Maschen fallen.
Kirchenparlament pocht auf Verbesserungen
Weiter beriet die Synode die Antwort des Synodalrates auf einen Vorstoss zu den Anstellungsbedingungen in der Kirche. Der Synodalrat teilt das Anliegen, die Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende in Katechetik und Sozialdiakonie zu verbessern. Er schlägt daher ein Modell vor, wonach Kirchgemeinden auf freiwilliger Basis die Personaladministration vertraglich der Landeskirche übertragen können. Jene Kirchgemeinden, welche dieses Angebot annehmen, erklären sich mit einheitlichen landeskirchlichen Standards einverstanden. Mit diesem Modell können sich Kirchgemeinden administrativ entlasten, und die Anstellungsbedingungen werden verbessert. Der Synodalrat hat die zielstrebige Weiterverfolgung des Modells in Aussicht gestellt. Etliche Synodale sehen darin ein wichtiges Desiderat.
Grosse Freiheiten für Kirchgemeinden
Die Synode genehmigte in der Wintersynode letzten November eine Neuausrichtung des religionspädagogischen Handelns. Ziel ist dabei ein reformiertes, lernendes und zukunftsoffenes Modell kirchlicher Bildung junger Menschen (Alter 0 - 25), das die gesamte Kirchgemeinde in den Blick nimmt. Die Kirchgemeinden erhalten dabei Freiräume, um innerhalb methodischer Vorgaben Lösungen umzusetzen, die ihren lokalen Gegebenheiten entsprechen. In erster Lesung hat die Synode die hierzu erforderlichen Änderungen in der Kirchenordnung beraten. Dies hat zur Folge, dass in der Kirchenordnung Artikel gestrichen bzw. geändert wurden, die bisher vieles im Detail regelten. Die zweite Lesung ist für die Wintersynode vorgesehen.
Die Synode setzt ihre Beratungen im Berner Rathaus heute Mittwoch fort.