Queere multireligiöse Feier setzt Zeichen gegen Hass und Gewalt
29.07.2026 - Mit einer queeren multireligiösen Feier setzten die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn gemeinsam mit weiteren Religionsgemeinschaften an der BernPride ein Zeichen für Vielfalt und Zusammenhalt. Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin riefen die Organisierenden dazu auf, Hass und Gewalt entschlossen entgegenzutreten.
Rund 120 Menschen nahmen am 26. Juli 2026 an der queeren multireligiösen Feier im Rahmen der BernPride teil. Die Feier fand in der christkatholischen Kirche St. Peter und Paul in Bern statt und brachte queere und nicht queere Menschen aus dem Hinduismus, Judentum, Buddhismus, Christentum und Islam zusammen. Die Feier machte sichtbar, dass sich religiöser Glaube und queere Identität nicht ausschliessen, sondern gegenseitig bereichern können.
Tiefe Betroffenheit über Terroranschlag in Berlin
Überschattet wurde die Feier vom Terroranschlag auf den Christopher Street Day (CSD) in Berlin. Während der Feierlichkeiten am Samstagabend war dort ein Auto in eine Menschenmenge gefahren. Der Anschlag löste auch bei den Verantwortlichen der queeren multireligiösen Feier in Bern tiefe Betroffenheit aus.
Zu Beginn wurde deshalb eine Schweigeminute für die Opfer, ihre Angehörigen und alle Betroffenen abgehalten. «Wir sind alle schockiert, fassungslos und traurig. Es hätte auch uns treffen können», sagt Mathias Tanner von den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. Die gemeinsame Stille bot Raum für Trauer, Mitgefühl und Verbundenheit über Landes- und Religionsgrenzen hinweg.
Räume des Dialogs und der Begegnung
Gerade angesichts solcher Gewalttaten sei deutlich geworden, wie wichtig Räume des Dialogs und der Begegnung seien, betont Tanner. «Unsere multireligiöse Feier gibt queeren Menschen verschiedener Religionen die Möglichkeit, sich zu zeigen und gehört zu werden – so, wie Gott sie geschaffen hat. Gleichzeitig wird erfahrbar, dass sich queere und religiöse Identität nicht ausschliessen. Und wir zeigen auf, dass es in vielen Religionen nicht nur queerfeindliche, sondern auch queerfreundliche Texte und Traditionen gibt.»
Apell gegen Hass und Gewalt
Die Organisierenden wenden sich entschieden gegen jede Form von Hass und Gewalt. «Wir leisten Widerstand gegen jede Form von Abwertung, Diskriminierung, Hass und Gewalt. Wir setzen uns für die Würde und die Rechte aller Menschen, für lebensdienliche Religionen und für ein friedliches Zusammenleben ein», so Tanner.
Die queere multireligiöse Feier an der BernPride setzte damit ein klares Zeichen: für Solidarität mit den Opfern von Berlin, für eine offene und vielfältige Gesellschaft und für einen Glauben, der die Würde aller Menschen achtet und schützt.