Moscheeprojekt Wittigkofen scheitert an Finanzen
02.04.2026 - Das Quartierzentrum in Bern-Wittigkofen wird nicht an die Stiftung Islamisches Zentrum Bern veräussert, da zu wenig Spendengelder eingegangen sind.
Beat Estermann - Wikimedia
700'000 Franken beträgt die Spendensumme, die bis zum 31. März zu Gunsten des Liegenschaftskaufs in Bern-Wittigkofen bei der Stiftung Islamisches Zentrum Bern (IZB) eingegangen ist. Nötig gewesen wären 1,8 Millionen Franken. Somit ist das Projekt definitiv gescheitert.
Im vergangenen Herbst war bekannt geworden, dass die Gesamtkirchgemeinde Bern (GKG) bzw. deren Immobilienfirma RefBernImmo AG den Treffpunkt Wittigkofen an die Stiftung Islamisches Zentrum Bern (IZB) veräussern will. Die Ankündigung hatte im Quartier zum Teil hohe Wellen geworfen, was sich an einer Infoveranstaltung im November zeigte.
Die Kaufinteressentin hatte bis zum 31. März Zeit, die nötigen 1,8 Millionen Franken für den Erwerb der Liegenschaft aufzubringen. Auf ihrer Webseite informierte die IZB fortlaufend über den Spendenstand. Bis zum Ablauf der Fristen am 31. März 2026 gingen lediglich 700'000 Franken ein. Nötig gewesen wären 1,8 Millionen Franken.
Am Gründonnerstag schrieb die GKG Bern in einer Medienmitteilung, dass die Bedingungen für einen Verkauf an die islamische Stiftung nicht innerhalb der gesetzten Frist erfüllt worden seien. Somit sei auch das Recht der Stiftung für exklusive Kaufverhandlungen hinfällig geworden.
Die GKG schreibt weiter, dass sie nun mit anderen möglichen Kaufinteressierten das Gespräch suchen werde. Dies sind demnach die Überbauungsgenossenschaft Murifeld-Wittigkofen, die Burgergemeinde Bern und die Stadt Bern. Die GKG werde «voraussichtlich Ende Mai über das weitere Vorgehen im Verkaufsprozess entscheiden».
Die Stiftung Islamisches Zentrum Bern hat ihren Spender:innen zugesichert, dass sämtliche Gaben zurückerstattet würden, wenn das Projekt nicht zustande komme. Offenbar hat die Stiftung IZB im Berner Wankdorfquartier ein Lokal angemietet.
Das Quartierzentrum gehörte früher zur Kirchgemeinde Petrus. Später wurde es in das Portfolio der Immobilienfirma RefBernImmo AG transferiert, welche die Liegenschaften in der Gesamtkirchgemeinde Bern verwaltet.