Kirche fördert Angebote für Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung

21.05.2026 - Erwachsene mit kognitiven Beeinträchtigungen gehören zur Kirche, und diese kann viel von ihnen lernen. Deshalb will die Kirche Angebote für sie stärker fördern. Ausserdem hat die Synode eine Erhöhung des Beitrags an das einzigartige «Haus der Religionen – Dialog der Kulturen» in Bern beschlossen.

241119-Synode-RathausBern_LenkaReichelt

Manchmal braucht es einen zweiten Anlauf. Dies zeigte sich an der Sommersynode der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn, die am Dienstag und Mittwoch im Berner Rathaus tagte. 

Das Kirchenparlament hatte einen Verpflichtungskredit zur Förderung einer inklusiven Kirche für Erwachsene mit kognitiver Beeinträchtigung an der Wintersynode 2024 zur Überarbeitung zurückgewiesen. Zwar fand das Anliegen breite Unterstützung, doch wurde vor allem bemängelt, dass mit dem Projekt ein Top-Down-Ansatz verfolgt werde.

Förderung direkt in Kirchgemeinden

Gestern Mittwoch befassten sich die Synodalen erneut mit der wichtigen Thematik. Das Förderkonzept für eine inklusive Kirche wurde vom Synodalrat intensiv überarbeitet. Jetzt liegt der Schwerpunkt auf der Förderung von konkreten Projekten in den kirchlichen Regionen und den Kirchgemeinden, also näher an der Basis. Das Ganze erfordert auf der Ebene der Landeskirche lediglich eine schlanke Projektförderstelle.

Der Bericht des Synodalrates zu dieser neuen Vorgehensweise stiess in der Synode auf Zustimmung. Auch schilderten Synodale Erlebnisse von geglückten und beglückenden Anlässen, an denen Menschen mit kognitiver Beeinträchtigung teilnahmen.
Die Synode nahm dem Bericht einstimmig zur Kenntnis.

«In einer von Konflikten geprägten Welt ist das Haus der Religionen ein wichtiger Ort des Dialogs und der Friedensarbeit.»

Finanzieller Engpass bei Haus der Religionen

Das seit 2014 existierende Haus der Religionen – Dialog der Kulturen am Berner Europaplatz befindet sich aus verschiedenen Gründen in einem finanziellen Engpass. Und dies, obwohl die in seiner Form einzigartige Einrichtung breit anerkannt und geschätzt wird.
Die Synode genehmigte am Mittwoch einen Verpflichtungskredit von jährlich 150'000 Franken. In den Jahren 2027 bis 2030 soll dieser um 30'000 Franken aufgestockte Betrag zur Entlastung der finanziell angespannten Finanzsituation beitragen. 
In einer von Konflikten geprägten Welt sei dieser Ort des Dialogs und der friedlichen Nachbarschaft ein wichtiges Signal, hiess es im Kirchenparlament. Die Offenheit gegenüber allen Menschen, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit, sei ein biblisches Gebot und ein Akt der Solidarität.