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Kinder spielen frei, aber sicher

Von Markus Dütschler

Auf «MitSpielplätzen» begegnen sich nicht nur Kindern, sondern auch Eltern

In früheren Zeiten tollten Kinder durch Feld, Wald und Wiesen, ohne dass die Eltern wussten, wo sie waren. Heute haben Eltern – durchaus begründet – ein ausgeprägteres Sicherheitsdenken. Zudem ist die Zeit vieler Kinder mit strukturierten Aktivitäten wie Sport oder Musik verplant.

Wo aber können sie herumtoben und Grenzen ausloten? Mit dem Projekt MitSpielplatz stellt der Verein Chindernetz Kanton Bern (vormals Pro Juventute Kanton Bern) zusammen mit den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn solche Freiräume zur Verfügung.

Dabei sollen das Freiheitsbedürfnis der Kinder als auch der Wunsch der Eltern nach Sicherheit erfüllt werden. Zu diesem Zweck bildet der Verein Chindernetz sogenannte MitSpielpat:innen aus. Diese rufen lokal MitSpielplätze ins Leben. Diese können sich auf einem bestehenden Spielplatz befinden, im Kirchhof, in einem Park oder in einer Wohnstrasse. Im Kanton Bern existieren bereits in sieben Kirchgemeinden MitSpielplätze.

Freiwillige lernen sich kennen

Ein Netz von Freiwilligen stellt sicher, dass etwa mittwochs und/oder samstags jemand vor Ort ist und ein Auge auf das Geschehen hat. Indem sich ein Projekt entwickelt, entstehen neue soziale Beziehungen. Das Angebot ist für alle da, auch für kirchendistanzierte Personen. Gerade sie erleben dadurch, dass die Kirche für alle da ist, auch ausserhalb von Kirchenmauern.

Ein Stück Normalität im Rückkehrzentrum in Worb

Spielen ist ein Bedürfnis aller Kinder. Auch für Kinder von Geflüchteten, die mit ihren Eltern in einem Rückkehrzentrum leben müssen und somit ungewisse Zukunftsaussichten haben. Seit Kurzem gibt es neben dem Rückkehrzentrum Enggistein einen Spielplatz. Möglich gemacht hat dies einerseits der Eigentümer des Gutshofs, auf dessen Areal sich das Rückkehrzentrum befindet. Er stellte eine Fläche zur Verfügung. Die reformierte Kirchgemeinde Worb rief eine Projektgruppe ins Leben, sammelte Spenden und Beiträge, darunter auch 25'000 Franken von den Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn. So konnte der Spielplatz, der für 3-jährige Kinder ebenso geeignet ist wie für Jugendliche, anlässlich eines Fests am 21. Juni 2026 eröffnet werden. Dank diesem breiten Einsatz ist es möglich geworden, dass Familien und ihre Kinder trotz trotz unsicherer Zukunftsaussichten unbeschwerte Stunden geniessn und sich begegnen können.

 

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