In Gedanken und Gebeten bei den Betroffenen von Crans-Montana

02.01.2026 - Die Reformierten Kirchen Bern Jura Solothurn nehmen Anteil an den Ereignissen in Crans-Montana. Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Betroffenen, ihren Angehörigen sowie bei allen, die helfen und begleiten.

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Nachfolgend teilen wir die Mitteilung der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS).

Die Nachricht von der Tragödie in Crans-Montana hat uns in der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz tief erschüttert. Viele auch sehr junge Menschen sind in der Silvesternacht verletzt worden, viele haben ihr Leben verloren. Viele bangen um ihr Leben. Für Angehörige und Freundeskreise hat das neue Jahr mit einem Schmerz begonnen, der nicht in Worte zu fassen ist.

In solchen Stunden bleibt nichts selbstverständlich. Was aber bleibt, ist die Verbundenheit: dass wir einander nicht allein lassen – weder die Trauernden noch die Verletzten, weder die Einsatzkräfte noch alle, die jetzt seelsorglich begleiten, zuhören, beten, organisieren, tragen.

Diese Verbundenheit kommt nicht nur aus der Schweiz. In den letzten Tagen haben uns bewegende Zeichen ökumenischer und internationaler Solidarität erreicht. Der Ökumenische Rat der Kirchen erinnert in seinem Kondolenzschreiben an das Wort aus Psalm 34: «Der HERR ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind, und hilft denen, die zerschlagenen Geistes sind.» Und er spricht den Kirchen in der Schweiz zu: Ihr seid nicht allein – Menschen weltweit trauern mit euch und stehen euch im Gebet zur Seite.

Auch aus Deutschland hat uns ein persönlicher Gruss erreicht: Präses Dr. Thorsten Latzel von der Evangelischen Kirche im Rheinland drückt tief empfundene Anteilnahme aus – «in Gedanken und Gebeten bei Euch» – und verbindet damit den Wunsch, dass Gott die Trauernden tröste und alle stärke, die jetzt helfen: Rettungskräfte, medizinisches Personal, Seelsorgende und alle, die in diesen Tagen an ihre Grenzen gehen.

Und aus dem Kreis der Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen in Europa schreiben uns Philip Peacock (Generalsekretär) und Martina Wasserlos (Präsidentin WGRK Europa), in grosser Betroffenheit: «Mit unseren Gebeten sind wir mit Euch.»

Der Rat EKS ist dankbar für diese Zeichen. Wenn Leid alles zu zerreissen droht, dann ist Solidarität kein grosses Wort, sondern gelebte Nähe: ein Anruf, ein Brief, eine Kerze, ein stilles Gebet. Und auch die Bereitschaft, praktisch zu helfen, wo Hilfe gebraucht wird.

Unsere Gedanken und Gebete sind bei den Familien und Freundeskreisen der Verstorbenen, bei den Verletzten und allen, die jetzt um ihre Genesung ringen. Ich bete für die Einsatzkräfte und alle Fachpersonen, die unter grossem Druck handeln müssen. Und ich denke an die seelsorgliche Begleitung vor Ort: an Pfarrpersonen, Diakoninnen und Diakone, Freiwillige und alle, die da sind, wenn Worte fehlen, und die Trauer aushalten, ohne sie zu vertrösten.

Mögen wir als Kirchen in der Schweiz und über die Landesgrenzen hinaus weiter zusammenstehen – im Gebet, in der Seelsorge, in der konkreten Unterstützung. Und mögen wir in dieser Dunkelheit Spuren von Hoffnung entdecken: in der Liebe, die trägt, und in Gott, der den Zerbrochenen nahe ist.

Am 9. Januar 2026 findet in Crans-Montana eine zentrale Gedenkfeier statt.

Der Rat EKS lädt zusammen mit den Waadtländer Kirchen und der Israelitischen Gemeinde Lausanne und des Kanton Waadt zum gemeinsamen Gebet ein:

Gemeinsames Gebet

O Gott,
angesichts des Ausmasses der Tragödie in Crans Montana, des Leidens der Betroffenen und unseres Gefühls der Ohnmacht beginnen wir damit, vor dir still zu werden.

Getragene Stille

Wir bitten dich für alle Familien von hier und anderswo, die in schrecklicher Ungewissheit leben, ob ihre Kinder noch am Leben sind; die fürchten, sie könnten zwischen Leben und Tod schweben; die von ihnen getrennt sind, weil sie fern von zu Hause behandelt werden.

Vater des Himmels und der Erde,
höre den Schrei des Schmerzes und der Hoffnung, der aus jeder und jedem aufsteigt.

Stille

Unter den Opfern waren viele Lernende, Gymnasiastinnen und Gymnasiasten, Studentinnen und Studenten. Wir bitten dich für ihre Freundinnen und Freunde, die von diesem Unglück in dieser Nacht, die ein Tag des Festes und der Freundschaft hätte sein sollen, hart getroffen sind.

Vater des Himmels und der Erde,
höre den Schrei des Schmerzes und der Hoffnung, der aus jeder und jedem aufsteigt.

Stille

Wir bitten dich in Dankbarkeit für alle Menschen, die sich seit der Tragödie unermüdlich eingesetzt haben: die Feuerwehrleute, die Polizistinnen und Polizisten, die Ärztinnen und Ärzte, das Pflegepersonal, die Krisenstäbe, die Freiwilligen, die Politikerinnen und Politiker, die Ermittlerinnen und Ermittler.

Vater des Himmels und der Erde, erneuere in allen die Kraft und die nötige Einsicht, um in dieser Krise Entscheidungen zu treffen.

Stille

Wir vertrauen dir alle Menschen an, die in dieser Zeit Opfer von bekannten oder unbekannten Dramen sind und niedergeschlagen, hilflos, ohne jeden Halt geworden sind.

Vater des Himmels und der Erde, schenke jeder und jedem, dass sie an ihrer Seite Menschen finden, die zuhören, unterstützen und mitfühlen.

Stille

Gepriesen seist du, der du uns in unseren Gemeinden, unserem Kanton und unserem Land zur Einheit rufst – über unsere konfessionellen, religiösen, politischen oder persönlichen Unterschiede hinaus.

Möge diese Gemeinschaft unser Miteinander prägen, nicht nur in diesen düsteren Tagen, sondern auch durch all die Jahre hindurch, die du uns zu leben gibst.

Stille

Dieses Drama – und so viele andere – erschüttert unseren Glauben.
Wir fühlen uns klein und zerbrechlich, ohnmächtig angesichts des Leids dieser Tragödie und so vieler anderer, die in uns manchmal ein tiefes Gefühl der Sinnlosigkeit aufsteigen lassen.

Du, Quelle allen Segens, und du, der du alle menschliche Einsicht übersteigst;
du, der du die Schreie der Opfer hörst und die Zweifel der Menschen nicht scheust: Wir bitten dich, bewahre uns davor, in solchen Situationen wohlfeile und allzu einfache Tröstungen auszusprechen, und rufe uns deine grenzenlose Liebe in Erinnerung, die allein die Niedergeschlagenen aufrichten kann.

Gib uns zu glauben, dass nichts uns von deiner Liebe trennen wird.

Gepriesen seist du, Herr, unser Gott, Vater des Himmels und der Erde, für dein Wort, das unseren Weg erhellt, wie einst die Wolke dein Volk in der Wüste begleitet hat.

Amen