«Einen Raum für die Stille inmitten des Lärms der Waffen»

26.02.2026 - Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine wurde das Berner Münster zum Ort des ökumenischen Gebets, der Solidarität und der Hoffnung. Kirchen, Diplomatie und Zivilgesellschaft setzten gemeinsam ein Zeichen für einen gerechten Frieden – begleitet von bewegender Musik aus Bachmut.

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Ökumenisches Zeichen vier Jahre nach Kriegsbeginn

Vier Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine fand am 24. Februar 2026 im Berner Münster ein ökumenisches Friedensgebet statt. Eingeladen hatten die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK), die Berner Kirchen und die Evangelisch-reformierte Kirche Schweiz (EKS).

Das Münster wurde zu einem Ort der Klage, der Fürbitte und der Hoffnung. Bischof Felix Gmür eröffnete den Gottesdienst mit dem Wunsch nach «einem Raum für die Sehnsucht nach Frieden – für Stille inmitten des Lärms der Waffen und Vernunft im Wahnsinn». Texte, Gebete und Musik schufen einen geschützten Raum, in dem Ohnmacht und Trauer vor Gott getragen werden konnten. Christliche Traditionen beteten gemeinsam und setzten ein Zeichen der Verbundenheit über Konfessionsgrenzen hinweg.

Internationale Präsenz und klare Botschaften

Am Gebet nahmen die ukrainische Botschafterin Iryna Venediktova, Regierungspräsident Christoph Neuhaus sowie die US-Botschafterin Callista Gingrich teil. Ihre Präsenz unterstrich die politische Dimension des Krieges.

Botschafterin Venediktova dankte für das Engagement in der Schweiz: «Ihre Arbeit ist ein Zeichen der Menschlichkeit, der Solidarität.» Die Unterstützung rette Leben. Die Ukraine suche einen gerechten Frieden. «Wir glauben: Frieden wird kommen.»

EKS-Präsidentin Rita Famos schloss mit der Bitte, Gottes Licht möge stärker sein als die Finsternis, und bekräftigte die Anteilnahme am Leid und am Einsatz für Freiheit und Demokratie.

Kultur als Widerstand

Im Anschluss spielte das Kammerorchester des Ivan-Karabyts-Fachkollegs Bachmut für Kultur und Kunst. Die jungen Musikerinnen und Musiker stammen aus der weitgehend zerstörten Stadt Bachmut. Ihr Kolleg arbeitet heute im Exil weiter.

Die Werke ukrainischer Komponistinnen und Komponisten wurden zum hörbaren Zeugnis kultureller Identität. Musik erklang als Ausdruck von Würde und Hoffnung. «Ihre Musik ist stärker als jeder Sturm», sagte Botschafterin Venediktova.

Tournee der Solidarität

Das Konzert war Teil einer Tournee durch die Schweiz und Liechtenstein (19.–25. Februar 2026). Organisiert vom Ukrainischen Kulturverein Prostir Luzern und der Ukrainehilfe Zentralschweiz, fliessen die Spenden direkt in humanitäre und kulturelle Hilfe in besonders betroffene Regionen der Ukraine.

Das Friedensgebet setzte ein starkes Zeichen: Frieden bleibt Auftrag, Haltung und gemeinsame Hoffnung.

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