Der kurze SRF-Artikel bezieht sich ja auf ein längeres Interview mit dem Religionssoziologen Detlef Pollack. Die Hauptthese seiner neuesten Studie: Dass die zurückgehende Religiosität nicht vollumfänglich mit Spiritualität kompensiert wird. Ob man den empirisch belegbaren Rückgang der Religiosität und der Kirchenmitgliedschaften nun Säkularisierung nennt oder nicht – spannender wäre die Diskussion über die Ursachen des Phänomens. Meine These: Viel zu lange haben die Kirchen – explizit oder implizit – an der Unabänderlichkeit historisch entstandener und mit einem mittelalterlichen Weltbild verbundener Glaubenswahrheiten festgehalten. Damit haben sie das Weltverständnis vieler Menschen unserer Zeit ignoriert. Insbesondere haben sie es versäumt, dem traditionellen, theistischen Glaubensverständnis des Christentums ein nicht- oder posttheistisches gegenüberzustellen. – Könnte das bevorstehende Reformationsjubiläum nicht Anlass sein, einer theologischen Neuorientierung Raum zu schaffen? Und die Reformatoren nicht nur rhetorisch hochleben zu lassen, sondern ihrem Beispiel zu folgen, alte theologische Zöpfe in Frage zu stellen und wenn nötig abzuschneiden.
Der kurze SRF-Artikel bezieht sich ja auf ein längeres Interview mit dem Religionssoziologen Detlef Pollack. Die Hauptthese seiner neuesten Studie: Dass die zurückgehende Religiosität nicht vollumfänglich mit Spiritualität kompensiert wird. Ob man den empirisch belegbaren Rückgang der Religiosität und der Kirchenmitgliedschaften nun Säkularisierung nennt oder nicht – spannender wäre die Diskussion über die Ursachen des Phänomens. Meine These: Viel zu lange haben die Kirchen – explizit oder implizit – an der Unabänderlichkeit historisch entstandener und mit einem mittelalterlichen Weltbild verbundener Glaubenswahrheiten festgehalten. Damit haben sie das Weltverständnis vieler Menschen unserer Zeit ignoriert. Insbesondere haben sie es versäumt, dem traditionellen, theistischen Glaubensverständnis des Christentums ein nicht- oder posttheistisches gegenüberzustellen. – Könnte das bevorstehende Reformationsjubiläum nicht Anlass sein, einer theologischen Neuorientierung Raum zu schaffen? Und die Reformatoren nicht nur rhetorisch hochleben zu lassen, sondern ihrem Beispiel zu folgen, alte theologische Zöpfe in Frage zu stellen und wenn nötig abzuschneiden.