Vielen Dank für Ihre ausführliche und engagierte Rückmeldung. Ich spüre darin, wie sehr Ihnen die Kirche und ihre Verantwortung für die Menschen am Herzen liegen. Auch Ihre Enttäuschung über eine Theologie, von der Sie sich zu oft alleingelassen fühlen, nehme ich ernst.
In einem wesentlichen Punkt verstehen Sie meinen Text allerdings anders, als ich ihn gemeint habe. Wenn ich davon spreche, dem Tod seinen Stachel zu lassen, meine ich damit keineswegs, dass wir Leid und Unrecht hinnehmen sollen. Selbstverständlich tragen wir Verantwortung füreinander und für die Verhältnisse, unter denen Menschen leben und sterben. Gerade die Einsamkeit und die oft unwürdigen Umstände am Lebensende dürfen uns nicht gleichgültig lassen.
Ich halte es allerdings auch theologisch für problematisch, wenn wir davon ausgehen, dass sich mit genügend Anstrengung und den richtigen Strategien letztlich alles zum Guten wenden lässt. Es gibt Leid, das wir nicht verhindern können, und Lebensgeschichten, in denen manches unversöhnt bleibt. Was bedeutet das für die Menschen, deren Leben trotz aller Bemühungen nicht gut ausgeht?
Mir ist deshalb die Zusage wichtig, dass die Würde eines Menschen auch dort unversehrt bleibt, wo nichts mehr gut wird. Darin liegt für mich eine wesentliche Aussage des christlichen Glaubens. Sie entbindet uns keineswegs von unserer Verantwortung. Sie bewahrt uns aber davor, den Wert eines Lebens daran zu messen, was wir daraus machen konnten.
Liebe Frau Beidler
Vielen Dank für Ihre ausführliche und engagierte Rückmeldung. Ich spüre darin, wie sehr Ihnen die Kirche und ihre Verantwortung für die Menschen am Herzen liegen. Auch Ihre Enttäuschung über eine Theologie, von der Sie sich zu oft alleingelassen fühlen, nehme ich ernst.
In einem wesentlichen Punkt verstehen Sie meinen Text allerdings anders, als ich ihn gemeint habe. Wenn ich davon spreche, dem Tod seinen Stachel zu lassen, meine ich damit keineswegs, dass wir Leid und Unrecht hinnehmen sollen. Selbstverständlich tragen wir Verantwortung füreinander und für die Verhältnisse, unter denen Menschen leben und sterben. Gerade die Einsamkeit und die oft unwürdigen Umstände am Lebensende dürfen uns nicht gleichgültig lassen.
Ich halte es allerdings auch theologisch für problematisch, wenn wir davon ausgehen, dass sich mit genügend Anstrengung und den richtigen Strategien letztlich alles zum Guten wenden lässt. Es gibt Leid, das wir nicht verhindern können, und Lebensgeschichten, in denen manches unversöhnt bleibt. Was bedeutet das für die Menschen, deren Leben trotz aller Bemühungen nicht gut ausgeht?
Mir ist deshalb die Zusage wichtig, dass die Würde eines Menschen auch dort unversehrt bleibt, wo nichts mehr gut wird. Darin liegt für mich eine wesentliche Aussage des christlichen Glaubens. Sie entbindet uns keineswegs von unserer Verantwortung. Sie bewahrt uns aber davor, den Wert eines Lebens daran zu messen, was wir daraus machen konnten.
Mit freundlichen Grüssen
Franziska Huber