Katharina Beidler

21.10.2026

Guten Tag,

Ihr menschlich verfasster Artikel endet genau dort wo alle Predigten und Diskussionen aufhören: dem Tod den Stachel lassen und mit dem Trost, dass die Würde des Menschen unversehrt bleibe. Falls "einfach menschlich" hier das Versagen im Leben mit einer theologischen Streicheleinheit ins Erträgliche hieven will, kann ich nicht mithalten. Für mich gilt das ganze Leben hindurch, unsere Verantwortung für die Mitmenschen wahrzunehmen und alle Kraft daran zu setzen, festgefahrenen Situationen eine neue Richtung zu geben. Wie praktisch, wenn wir sagen könnten: beim Leid eines Einzelnen, diesen Kriegen, Machtdemonstrationen und Übergriffen, diese Stachel des Todes, gehören zum Leben, denn sie gehören einfach zu unserer Welt im Kleinen wie im Grossen. Wir können das nicht delegieren, es muss ein Stachel bleiben, der ätzt, der möglicherweise ein schlechtes Gewissen hervorruft und zum Überdenken anregt. Die Kirche müsste hier vorangehen und alle Menschen immer wieder daran erinnern, dass nur das grosse Ziel, der persönliche und der weltweite Frieden, erreicht werden können, wenn wir nicht aufgeben und gute Strategien ausdenken. Das erwarte ich von der Kirche, die leider vielleicht gerade wegen ihrer Mutlosigkeit und ziemlich ungefilterten Toleranz jährlich ..zig Mitglieder verliert, und dadurch auch ihre Kraft einbüsst, die Ziele zu erreichen. Nach vielen Jahren als aktive Christin fühle ich mich sehr oft alleingelassen von der Theologie, gerade eben, weil dort der Punkt gemacht wird, wo es eigentlich erst anfangen müsste. Die Kirche des christlichen Glaubens ist keine psychologische Institution, sie steht für eine Philosophie und ist Vordenkerin. Einfach stehen lassen .... nein, wir brauchen einen Aufbruch, eine Reformatorin!

Freundliche Grüsse

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