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StrukturenSynodeKonstituierende Synode

Mit Wahlen für alle Synodegremien, der unbestrittenen Wiederwahl von sechs Synodalräten sowie der Zuwahl von Iwan Schulthess und schliesslich einem gehaltvollen, zweisprachigen Gottesdienst im Münster beginnt die Legislatur 2010-14 der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn am 10. November erfolgreich.

Andreas Anderegg (Liberale, Oberdiessbach) eröffnet als Alterspräsident die konstituierende Synode. Nach dem vierstimmig intonierten Lied «Leit uns in allen Dingen» heisst Anderegg besonders die neu gewählten Synodalen willkommen und äussert persönliche Gedanken zu Toleranz.
Für Andreas Anderegg hat das Wort Toleranz eine unglaubliche Aktualität im Alltag, was er an konkreten Beispielen erläutert. Als Sohn eines Maschineningenieurs begegnete ihm Toleranz im Kindesalter allerdings zuerst technisch und pragmatisch definiert: Wie viel grösser oder kleiner darf ein Zahnrad sein, damit der Wecker noch im vorgesehenen Moment läutet?
Die philosophische Definition von Toleranz als «Duldsamkeit» oder «Grossherzigkeit» hat ihre Spuren in verschiedenen Sprachen hinterlassen. Anderegg führt es hin zur Frage, wie anders der oder die andere sein dürfe, ohne dass die westeuropäische Kultur aus den Fugen gerate. Für ihn braucht es von allen Seiten noch wesentlich mehr Toleranz als bisher – und ist auch noch Raum für mehr Toleranz vorhanden!

Er plädiert gegen gleichgültige Passivität: Toleranz fange nämlich an mit dem Ernst nehmen von Differenz. Eindrücklich schildert der Alterspräsident unterschiedliche Wahrnehmungen im Judentum und im Islam gegenüber dem Christentum und gegenüber der Rolle von Jesus. Seine Konklusion: Um Unterschiede gelten lassen zu können, muss man viel voneinander wissen. Das gelte bis hinein in die Synodearbeit und das Engagement der verschiedenen Fraktionen.

Abschliessend gibt Andreas Anderegg zu bedenken, dass für ihn als liberalen Christen Zweifeln nicht Unglaube bedeute, sondern eine gelebte Form der Gottessuche sei. Und sein abschliessender Denkanstoss: Wie anders darf der Andere sein? Die fundierten Gedanken des Alterspräsidenten werden mit grossem Applaus verdankt.

Erwahrung der Synodewahlen und Wahl Synodebüro
Gegen die Synodewahlen, die in den Amtsbezirken durchgeführt worden sind, sind keine Beschwerden eingegangen. Die Synode erwahrt diese Wahlen ohne Wortmeldung.

Je zwei Stimmenzähler aus jeder Fraktion werden einstimmig mit offenem Handmehr gewählt.

Für zwei Jahre zum neuen Synodepräsidenten gewählt wird Andreas Schmid (GOS, Bern). Seine einstimmige Wahl erfolgt mit offenem Handmehr, ebenso die Wahl von Robert Gerber (Liberale, Grenchen) zum Vizepräsidenten. Mit Robert Gerber wird nach zwölf Jahren wieder ein Vertreter der Solothurner Bezirkssynode in ein hohes Amt gewählt. Bestätigt werden die beiden Ratssekretäre Hansruedi Schmutz (Mitte, Lyss, deutsch) und Jean-Marc Schmid (Jura, Court, französisch).

Andreas Schmid: Glückwünsche und präsidiale Gedanken
Musikalisch gehaltvoll umrahmt überbringt Regina Groeneweg als Präsidentin des Kleinen Kirchenrates der Gesamtkirchgemeinde Bern beste Glückwünsche für Andreas Schmid, der unter anderem im Grossen Kirchenrat der GKGBE aktiv ist.

In kurzen Worten bedankt sich Andreas Schmid für «Ehre, Pflicht und Ehrenamt». Er durfte sich als Synodaler bereits früher einmischen, einbringen und für die Kirche einsetzen. Für voraussichtlich acht Synodetage unter seinem Präsidium formuliert Schmid den Wunsch, es möge jeder und jede Synodale mindestens einmal zu Wort kommen und alle Synodalen möchten sich zur Verankerung einer der sechs Synodefraktionen anschliessen. Er wird die strengen Regeln der Redezeit weiterhin einhalten, damit sich möglichst alle einbringen können. Der Synodepräsident freut sich auf eine konstruktive und spannende Zusammenarbeit zum Wohl unserer Kirche.

Iwan Schulthess ersetzt Gottfried Locher im Synodalrat
Ohne Wortmeldung und mit ausgezeichneten Resultaten werden die sechs wiederkandidierenden Mitglieder des Synodalrates in ihrem Amt bestätigt.

  • Wiederwahl als Synodalratspräsident: Andreas Zeller (Liberale, Münsingen), 148 Stimmen
  • Wiederwahl als Synodalrätin und Vizepräsidentin des Synodalrates: Pia Grossholz-Fahrni (GOS, Muri), 171 Stimmen als Synodalrätin und einstimmige Wahl zur Vizepräsidentin mit offenem Handmehr
  • Wiederwahl als französischsprachiges Mitglied im Synodalrat: Lucien Boder (Jura, Vauffelin), 178 Stimmen
  • Wiederwahl als Synodalrätin: Claudia Hubacher-Eggler (Unabhängige, Schwarzenburg), 150 Stimmen
  • Wiederwahl als Synodalrat: Hans Ulrich Krebs (Mitte, Oberbalm), 170 Stimmen
  • Wiederwahl als Synodalrat: Stefan Ramseier (Unabhängige, Oberbottigen), 138 Stimmen

Für die Nachfolge von Gottfried Locher schlägt die Positive Fraktion den Jegenstorfer Pfarrer Iwan Schulthess zur Wahl vor. Fraktionsvizepräsidentin Elisabeth Zürcher (Wyssachen) schildert den Kandidaten als belastbaren Teammenschen und Brückenbauer, der sich in seinen 22 Jahren im Gemeindepfarramt für ein klar erkennbares Profil der Landeskirche und die Förderung des reformierten Gottesdienstes eingesetzt hat. Zudem war Schulthess zehn Jahre im Säemann-Vorstand und ist seit fünf Jahren Fraktionspräsident. Seine Wahl würde der Positiven Fraktion weiterhin die Möglichkeit verschaffen, sich aktiv für das Wohl der Kirche einzusetzen und zur gelebten Vielstimmigkeit der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn beizutragen.

Im Namen der GOS bestärkt Robert Schlegel (Münsingen) den Wahlvorschlag. Die Positiven gehören nicht aus Gewohnheit, sondern aus Überzeugung in den Synodalrat, weil ihre Glaubensrichtung Gewicht hat in der Landeskirche.

  • Neuwahl als Synodalrat: Iwan Schulthess (Positive, Jegenstorf), 159 Stimmen

Mit Dank für doppelt ausgesprochenes Vertrauen nimmt Iwan Schulthess die Wahl an. Er spürt Vertrauen in die Positive Fraktion, die weiterhin mitreden und ihre Beiträge einbringen soll. Ebenso spürt er Vertrauen in seine Person. Er will sich gerne in den Synodalrat einbringen, mit-denken, mit-suchen und mit-entscheiden. Schulthess erinnert an das Bibelwort «Wenn nicht der Herr das Haus baut, dann mühen sich umsonst, die daran bauen» und plädiert für eine weit offene Kirche, in welcher Neuanfänge immer wieder möglich und Wertschätzung sowie Akzeptanz für die Menschen gegeben sind.
Die Synode ermächtigt den Synodalrat zudem, den Amtsantritt von Iwan Schulthess maximal um zwei Monate vorzuziehen. Damit soll die Vakanz nach dem Ausscheiden von Gottfried Locher aus dem Synodalrat am 31. Januar 2011 so kurz wie möglich gehalten werden.

Kommentarlose Wahl der Synodekommissionen
Die Geschäftsprüfungskommission setzt sich aus den fünf Bisherigen Rolf Schneeberger (GOS, Niederönz), Christian Tappenbeck (Positive, Münchenwiler), Hans Herren (Mitte, Boll), Christine Blum (Mitte, Oey) und Pierre Ammann (Jura, Tramelan) und sechs neuen Mitgliedern zusammen. Die Jura-Fraktion hat noch Anspruch auf eine zweite Vertretung.

Die Finanzkommission bleibt mit sieben bisherigen und zwei neuen Mitgliedern sehr stabil.

Eine vollständige Neuwahl erlebt die Kommission für die Gesprächssynode mit Walter Bieri (Liberale, Rüfenacht), Margrith Cavin (GOS, Aarwangen), Eva Koschorke (Unabhängige, Worb), Elvira Weber (Mitte, Belp) und Simon Zwygart (Positive, Krauchthal). Noch unbesetzt ist der Jura-Sitz.

In der Rekurskommission wird die Vakanz eines französischsprachigen Mitglieds an der Sommersynode 2011 ausgefüllt. Die anderen Sitze sind besetzt.

Eine Vakanz in der neunköpfigen Delegation, die Refbejuso in der Abgeordnetenkammer des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, SEK, vertritt, wird mit Lydia Schranz (Positive, Bern) ergänzt. Noch offen ist die dritte Vertretung aus dem Synodalrat (neben Synodalratspräsident Andreas Zeller und Vizepräsidentin Pia Grossholz-Fahrni). Die Exekutive wird sich zuerst konstituieren und anschliessend eine Nachfolge von Gottfried Locher  für die AV-Delegation nominieren.

Feierlicher Gottesdienst mit Inpflichtnahme
Eine Gruppe aus allen Fraktionen mit Elsbeth Buri (Mitte, Rüeggisberg), Pfarrer Jürg Häberlin (Liberale, Burgdorf), Pfarrer Cédric Némitz (Jura, Biel), Helmy Witzler (GOS, Niederbipp), Heinz Wymann (Unabhängige, Lützelflüh) und Elisabeth Zürcher (Positive, Wyssachen) hat den Gottesdienst mit Inpflichtnahme der Synodalen und der Synodalratsmitglieder intensiv vorbereitet und umgesetzt.

Rund um den 2. Korinther, 3.17 «Wo der Geist des Herrn ist, da ist Freiheit» erlebt die Festgemeinde einen gehaltvollen und gelebt zweisprachigen Festgottesdienst. Der anschliessende Apéro im Rathaus ermöglicht eine ungezwungene Kontaktnahme mit alt bekannten und neuen Personen aus Synode und Synodalrat.

Die neu gewählten Synodalen werden am Nachmittag von Synodepräsident Andreas Schmid, Kirchenschreiber Anton Genna und weiteren Fachleuten in die Lokalitäten des Rathauses, ihre Rechte und Pflichten eingeführt. In seinen Einführungsworten an die neuen Synodalen empfiehlt Synodalratspräsident Andreas Zeller unter anderem enge Kontaktpflege mit der eigenen Kirchgemeinde und dem Kirchenbezirk. Eine intensive Synodalenschulung findet anfangs 2011 statt.

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Protokoll

 

 

 


 

 
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