RefBEJUSO

Hilfestellung für Kirchgemeinden

5.5.2021 refbejuso - Neu gilt, dass religiöse Veranstaltungen «mit bis zu 50 Personen (inkl. mitwirkende Personen wie Priester, Organistinnen etc.) durchgeführt» (S. 25) werden dürfen. Mitwirkende in Gottesdiensten müssen somit leider künftig bei der Berechnung der Obergrenze von 50 Personen mitgezählt werden. Zur Begründung dieser Änderung verweist das Bundesamt für Gesundheit (BAG) gegenüber der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (EKS) auf die Privilegierung, welche für Gottesdienste in Innenräumen gelten. Da Gottesdienste nicht den strengen Anforderungen von «Veranstaltungen vor Publikum» unterliegen, solle – so das BAG – mit der Neuerung ein «gewisser Ausgleich» geschaffen werden.

Bereits seit den letzten Lockerungsmassnahmen gelten differenzierte Erleichterungen für Kinder und Jugendliche mit Jahrgang 2001 oder jünger für den sportlichen und kulturellen Bereich. Im kirchlichen Kontext können auch wieder Lager durchgeführt werden. Eine Bestimmung in der Bundesverordnung, wonach die «Ausgabe von Speisen und Getränk» an Kinder und Jugendliche «in jedem Fall unzulässig» sei, gab freilich Rätsel auf. Inzwischen hat sich erhärtet, dass dieses Verbot nicht auf Konfirmationslager anwendbar ist. Es sind aber bei der Organisation und Durchführung von Lagern verschiedene Vorgaben zu beachten, auf die in der jüngsten Ausgabe der Hilfestellung eingegangen wird. So muss für das Lager ein spezifisches Schutzkonzept erstellt werden. 

  • Zur Zeit besonders betroffen dürften dabei die Konfirmationen sein. Die EKS ist daher, unterstützt von ihrer Task Force, in einen intensiven Austausch mit dem BAG getreten. Es konnte nun vereinbart werden, dass auch Gottesdienste im Innern bei Bedarf als Publikumsveranstaltungen bewertet werden dürfen. Dies ermöglicht es, dass Mitwirkende (z.B. Konfirmand/innen) nicht an die Personenobergrenze angerechnet werden. Umgekehrt müssen dann aber strengere Kapazitätsvorgaben beachtet werden (max. 1/3 der verfügbaren Sitze); auch ist aufgrund des Konsumationsverbotes und der Sitzpflicht in diesem Format kein Abendmahl möglich. Insbesondere für Kirchgemeinden mit grösseren Kirchen kann die neue Variante aber bedeuten, dass Konfirmationen wie geplant durchgeführt werden dürfen.
  • Beerdigungen können weiterhin im Familien- und engen Freundeskreis stattfinden, und für Gottesdienste wurde die Teilnahmegrenze von 50 Personen grundsätzlich beibehalten. Bei Gottesdiensten im Freien gilt indes eine neue Obergrenze von 100 Personen. Bei diesen Gottesdiensten müssen die Vorgaben für Publikumsveranstaltungen (z.B. zugeordnete Sitzplätze, max. Auslastung von 1/3 der verfügbaren Sitzplätze, kein wandelndes Abendmahl) beachtet werden.
  • Die Durchführung von kirchlichen Veranstaltungen mit bis zu 15 Teilnehmenden ist wieder möglich. Kirchgemeindeversammlungen sind von den Änderungen nicht betroffen, d.h. es besteht hierzu weiterhin keine Personenobergrenze. 
  • Ein Spezialfall bilden «Veranstaltungen vor Publikum»: Sie können mit max. 50 Teilnehmenden in Innenräumen und max. 100 Teilnehmenden im Aussenbereich durchgeführt werden. Es sind dann allerdings entsprechende Vorgaben zu beachten, so gilt insbesondere ein Konsumationsverbot.
  • Homeoffice: Wo immer möglich und «mit verhältnismässigen Aufwand umsetzbar», müssen die Arbeitgeber Homeoffice anordnen. Es handelt sich dabei um eine Verpflichtung. Die Arbeitnehmenden haben kein Recht auf Auslagenentschädigung.

Die verschiedenen kantonalen Seiten im Kirchengebiet der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn:


Downloads / weiterführende Links

Kirchgemeinden können sich für Fragen an die Auskunftsstelle Kirchgemeinderat, Telefon 031 340 25 25, wenden. Die Erreichbarkeiten sind auf der Seite der Auskunftsstelle publiziert.

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