Wort auf den Weg




«Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch.» Psalm 24,7.9

Wie werden wir dieses Jahr Weihnachten feiern? Müssen wir zuvor noch die neusten Pandemieentwicklungen beobachten und die aktuellsten Massnahmen und Vorschriften abwarten, bevor wir uns auf Weihnachten vorbereiten können? Der Psalm der ersten Adventswoche erinnert daran, dass Gott empfangen werden will. «Macht hoch die Tür, macht weit das Tor, es kommt der Herr der Herrlichkeit.» So sind wir uns auch gewohnt, im Advent zu singen. Und jetzt dürfen wir nicht einmal mehr singen. Wo bleibt da Gott? Hat er noch Interesse an uns und an seiner Welt? Kritische Stimmen säen Zweifel: «Hat Gott mit der neuen Pandemie bereits den Stecker gezogen? Ist es schon fünf nach zwölf?»

Der betende Mensch im Psalm 24 hat seine eigenen Gedanken. Er kennt zwar den Zweifel an Gottes Güte bei der Frage: Genüge ich Gott? Umso überzeugter fällt hingegen seine Antwort aus: «Nichts da mit fünf vor zwölf», weckt er uns, «der Stecker ist noch nicht gezogen! Merkt ihr nicht, wie der Blick auf die Krise und die Probleme ermüdet und euch auffrisst? Der Blick auf Gott hingegen würde euch Ruhe und Frieden geben.» Und er weist auf den Segen hin, der von Gott ausgeht in eine Welt, die nach ihm fragt und ihn sucht. Es ist jener Segen, den auch alle erfahren haben, die in Jesus den Heiland gesucht haben. Dieser Segen sucht auch heute eine offene Tür. Wird er sie bei mir finden? Eine gute Frage. Ich will ihr Raum geben und nicht nur jener nach den neusten Corona-Zahlen.


Iwan Schulthess