Wort auf den Weg


«Den Herrn aber, Christus, haltet heilig in euren Herzen. Seid stets bereit, Rede und Antwort zu stehen, wenn jemand von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.» 1. Petrus 3,15

Der Verfasser des 1. Petrusbriefes fordert uns heraus, über unsere Hoffnung Rechenschaft abzulegen: Was gibt mir Hoffnung? Für mich persönlich ist das Zentrum unserer christlichen Hoffnung die göttliche Liebe. Das tönt im ersten Nachdenken etwas einfach, und dennoch glaube ich, dass Gottes Liebe zu den Menschen und zu seiner ganzen Schöpfung letztlich der Dreh- und Angelpunkt all unseres Denkens Tuns und Hoffens ist.

Gottes Liebe ist der Impuls für die Schöpfung mit allem, was er ins Leben ruft. «Und Gott sah alles an, was er geschaffen hatte, und sieh, es war sehr gut.» (Genesis 1,31) Im Alten Testament hat Gott das Volk Israel erwählt und es aus der Gefangenschaft in Ägypten in das gelobte Land geführt. Gott bleibt seinem Volk treu, auch in schwierigen Zeiten, und er hat sein Volk auch immer wieder konfrontiert und herausgefordert. Im Neuen Testament hat der Rabbi Jesus von Nazareth in seinem Reden und Handeln sichtbar und erfahrbar gemacht, wie Gott Liebe meint. Durch die Auferstehung von Jesus Christus am Ostermorgen hat Gott gezeigt, dass seine Macht der Liebe grösser ist als alle Mächte dieser Welt, ja sogar stärker als die Macht des Todes.

Gottes Liebe wird für uns spürbar in seiner Treue und Fürsorglichkeit, auf seine Liebe können wir uns verlassen. In seiner Liebe nimmt Gott uns und unser Handeln ernst, und er fordert uns heraus, für unser Leben Verantwortung zu übernehmen. Die Kraft der göttlichen Liebe gibt mir Kraft aufzustehen und einzustehen für das Leben, eine wahrhaft österliche Herausforderung! Ja, Gott schenkt uns den Mut, Zeugen seiner Liebe in der Welt zu sein. Lassen wir uns bewegen und berühren von Gottes Liebe zum Leben, und nehmen wir unsere Verpflichtung für die Menschen wahr ganz im Sinne der Vision der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn: «Von Gott bewegt – den Menschen verpflichtet.»


Ueli Burkhalter