GrundlagenWort auf den Weg - Covid-19-Zeit

Wort auf den Weg

«Gnade und Treue finden zusammen, es küssen sich Gerechtigkeit und Friede. Treue sprosst aus der Erde, und Gerechtigkeit schaut vom Himmel hernieder. Der Herr gibt das Gute und unser Land seinen Ertrag. Gerechtigkeit geht vor ihm her und bestimmt den Weg seiner Schritte.» Psalm 85, 11-14

Der Krieg in der Ukraine beherrscht die Schlagzeilen. Ohnmächtig müssen wir zusehen, wie dieses Land von einem mächtigen Gegner überrollt wird. Bilder von verwüsteten Städten und von Tausenden Menschen auf der Flucht bringen den Schrecken und die Brutalität des Krieges in unsere Stuben. Inzwischen sind ukrainische Flüchtlinge auch in der Schweiz angekommen. Die Hilfsbereitschaft und Solidarität ist gross. Und doch, es bleiben viele Fragen, und die Angst der Krieg könnte sich ausweiten…

Der 85. Psalm redet von einer Welt, wo Gerechtigkeit und Frieden sich küssen. Für mich ein poetisches und herausforderndes Bild. Frieden heisst also nach der Vorstellung des Psalmbeters nicht einfach die Abwesenheit von Krieg oder ein Gleichgewicht des Schreckens. Friede und Gerechtigkeit gehören untrennbar zusammen.

Wenn wir uns für den Frieden einsetzen, heisst dies im biblischen Verständnis, dass wir uns auch für Gerechtigkeit einsetzen. Gerechtigkeit zeigt sich darin, dass wir unseren Mitmenschen «gerecht werden». Nur wenn die Menschen und Gottes Schöpfung zu ihrem Recht kommen, ist echter Frieden möglich.

Es ist gut, den Flüchtlingen aus der Ukraine durch unsere Solidarität «gerecht zu werden». Wichtig ist aber auch, dass wir dabei nicht neue Ungerechtigkeiten, z.B. anderen Flüchtlingen gegenüber, schaffen, und dass wir unsere Verantwortung der Schöpfung gegenüber nicht vergessen: Ganz nach dem Motto der diesjährigen ökumenischen Kampagne: «Klimagerechtigkeit – jetzt!»

Ueli Burkhalter


 

 
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