ENSEMBLE Nr. / N° 59 - Juni / Juin 2021

24 Fokus —– ENSEMBLE 2021 /59 ERPROBUNGSFONDS FÜR NEUE PROJEKTE DER PHANTASIE SIND KEINE GRENZEN GESETZT FONDS D’EXPÉRIMENTATION POUR PROJETS INNOVANTS IMAGINATION SANS FRONTIÈRE orientieren sich nicht an den Grenzen bestehender Kirchgemeinden, Konfessionen oder der Religions­ zugehörigkeit. Der Synodalrat hat die Förderung neuer For­ men kirchlicher Präsenz in der Gesellschaft zu einem seiner Legislaturziele erklärt. Um dieses Legislaturziel umsetzen zu können, braucht es konkrete Experimente, positive Erfahrungen und auch gescheiterte Initiativen, aus denen wir ler­ nen können. Freiräume sind notwendig, denn gute Ideen brauchen viel Engagement, eine Kultur des Wohlwollens und der Offenheit sowie finan­ zielle Unterstützung. Deshalb hat der Synodalrat die Einrichtung eines «Erprobungsfonds» beschlos­ sen (vgl. Seite 32). Mit diesem werden konkrete neue Formen kirchlicher Präsenz in der Experi­ mentier- und Erprobungsphase unterstützt. Wie könnten solche «neue Formen» beschaffen sein? Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Sie sollen Modellcharakter haben, neue Zielgrup­ pen erreichen, die kirchliche Angebotslogik über­ schreiten: etwa ein innovatives Projekt im Bereich Unsere Kirche ist in Bewegung. Es entstehen innovative Projekte und neue Formen kirch- licher Präsenz. Indem wir uns vernetzen, können wir voneinander lernen. Doch um gute Ideen zum Leben zu erwecken, ist nicht nur viel Engagement gefragt, sondern auch finan- zielle Unterstützung. Aus diesem Grund hat Refbejuso einen Erprobungsfonds errichtet, um innovative Projekte zu fördern. Von Bernd Berger* Vielerorts steht die Kirche im Dorf – oder im Stadt­ quartier. Und das ist gut so! Die vielfältige perso­ nelle und räumliche Präsenz in den Gemeinden ist ein kostbares Gut. Das grosse Netz an Freiwil­ ligen, die sich vor Ort engagieren und schauen, was es dort braucht, ist von unschätzbarem Wert. Gleichzeitig schwinden die Mitgliederzahlen und es wird immer schwieriger, Ehrenämter zu be­ setzen. Unübersehbar ist der gesellschaftliche Wandel, der mit den Stichworten «Individualisierung», «Pluralisierung», «Digitalisierung» und «Mobilität» beschrieben werden kann. Dadurch verändern sich auch die Erwartungen an die Kirche. Wer sich heute für Kirche und Religion interessiert, sucht nicht zwingend am Wohnort, sondern vielleicht im Netz oder in der Region nach Gleichgesinnten und passenden Angeboten. Menschen schliessen sich da an, wo sie persönliche Beziehungen knüp­ fen können oder ein gutes Angebot finden. Wir brauchen deshalb als Ergänzung zum Ortsprinzip neue Formen kirchlicher Präsenz in der Gesell­ schaft. Diese neuen Formen sind in unseren bis­ herigen Strukturen schwer unterzubringen und * Bernd Berger ist Leiter Weiterbildung pwb der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn Tagung «Kirche in Bewegung II – Grenzgänge» Die Tagung vom 17. und 18. September 2021 richtet sich an Pfarrpersonen, Kirchgemeinde­ rätinnen, Sozialdiakone, Katechetinnen, Frei­ willige, Synodale, Studierende und weitere Interessierte. Die Zahl der Teilnehmenden ist beschränkt. Ein Workshop findet auf Franzö­ sisch statt. Gäste: Gerald Kretzschmar (Uni Tübingen), Emilia Handke (Nordkirche, Hamburg), Christian Bauer (Uni Innsbruck), Kerstin Menzel (Uni Leipzig) u. v. a. Weitere Informationen: www.refbejuso.ch/agenda Anmeldung: pwb@refbejuso.ch

RkJQdWJsaXNoZXIy Mjc3MzQ=