InhaltePilgern

Pilgern - Achtsam unterwegs sein

Pilgergruppe unterwegs, Foto: Thomas Schweizer

Aus aktuellem Corona-Anlass - "Innerlich pilgern"

Eigentlich wollten wir aufbrechen, aber nun bleiben wir daheim. Die Pilgersaison ruht erst einmal. Entschleunigung, Achtsamkeit und Selbstfürsorge, die Pilger/innen auf ihren Wegen suchen, sind jetzt allen verordnet.
Beim Pilgern geht es um Achtsamkeit und Entschleunigung. Es geht um Zeithaben für sich, ein Hineinhören. Beim Pilgern laufe ich, lockere durch die gleichförmige und rhythmische Bewegung auch meine Gedanken, die mich bisher zum Grübeln bringen. Als Pilger/in erfahre ich Resonanz in der Natur, in den verschiedenen Landschaften, durch die der Weg führt. Und plötzlich kann es geschehen: Ich nehme etwas wahr, das mir geschenkt wird und Hilfe sein kann, eine Antwort gibt, Kraft, "Flow", Einsicht und ein Umdenken.
Durch die weltweite Situation ist es jetzt nicht möglich, lange Wege "unter die Füsse zu nehmen", aber weiterhin erlaubt ist ein Spaziergang für sich direkt vor der eigenen Haustür. Durch bewusst gesetzte Impulse für Kopf, Herz und Hand kann sich schneller eine positive Wirkung für Körper und Seele einstellen und so eine ganzheitliche Spiritualität erfahren werden. Ein "innerer" Pilgerweg kann beginnen und mit einem Spaziergang vertieft werden. Hier einige Impulse, zum Innerlich pilgern.
Text: Pfarrer Michael Schaar, Pilgerzentrum Zürich

Weitere Informationen zum Pilgern in Corona-Zeiten

Einleitendes zum Pilgern
Pilgern ist in den vergangenen Jahren auch in den reformierten Kirchen zu einer Ausdrucksform christlicher Glaubenspraxis geworden (Standpunkt „reformiert pilgern“). Es fördert die Begegnung mit sich selbst, mit der Schöpfung und mit Kultur. Impulse am Weg, sowie die vielen Kirchen, Kapellen oder Klöster, regen die Reflexion über Lebens- und Glaubensthemen an. Erfahrungen des Unverhofften und Erlebnisse der Gastfreundschaft fördern eine Haltung des Empfangens und der Dankbarkeit. Beim Unterwegssein können auch unerwartete Weggemeinschaften entstehen. Pilgern ist für etliche Menschen zu einer bewegten, leiborientierten Interpretation des Glaubens geworden. Einige bezeichnen es gar als „Gebet mit den Füssen“, als ein langsames Zu-sich-Finden im Dialog mit dem (von Gott) Geschaffenen.

Pilgern zeichnet zudem wesentliche Phasen eines Lebenswegs nach: planen, sich vorbereiten, aufbrechen, Wege suchen, Entscheidungen treffen, vertrauend vorwärtsgehen, zielorientiert das Leben gestalten, am Berg stehen, Kraft schöpfen, neue Perspektiven suchen, vorausschauen, Übersicht gewinnen, durchhalten, ankommen, etc. Wer sich achtsam diesen Lebensphasen zuwendet, kann Pilgern als Lebenswegritual erfahren.


Kontaktadresse:

Annemarie Bieri
Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn
Altenbergstrasse 66, PF
3000 Bern 22
E-Mail
031 340 25 06


 

 
Design & Technology by YOUHEY Communication AG, Burgdorf, Switzerland.