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Pilgern

Im Mittelalter werteten die Menschen alles, was ihnen widerfuhr, als Belohnung oder Strafe Gottes. Die Angst, von Gott abgelehnt zu werden, trieb die Menschen  zu Höchstleistungen. Jedes Mittel war recht, persönliches Heil und ein erfülltes, gesundes Leben zu erringen. Wohlhabende spendeten Geld und  liessen Kapellen bauen, andere suchten Schutz und Hilfe bei einem Heiligen, z. B. bei Jakobus, den man auf einer Pilgerreise nach Santiago aufsuchte.
Auch modernes Pilgern auf dem Jakobsweg nährt sich von der menschlichen Sehnsucht nach Erfüllung und ganzheitlichem Heil. Menschen brechen heute auf, weil sie dem Gefühl der Enge entrinnen möchten, welches  z.B. die Verstädterung, den Zeitmangel, den Leistungsdruck und die  Wegsuche durch die Datenwüsten als unsichtbaren Schatten begleitet. Pilgern heisst, für eine Auszeit diese Enge hinter sich zu lassen, um unterwegs nach Weite, Sinn und Orientierung zu suchen.

Viele wandern in einem ähnlichen Rhythmus in die gleiche Richtung. Erst am Abend in der Pilgerunterkunft trifft man sich zum Gespräch und zu einem nahrhaften Essen. Unterschiedliche Lebensgeschichten – jede ein Original –  sind es, die die Begegnungen auf dem Jakobsweg  reich machen. Ob jemand im Alltag begütert oder arm ist, intellektuell oder handwerklich begabt, spielt unterwegs kaum mehr eine Rolle. Jede und jeder ist es  wert, Wandernde und Wandernder unter Wandernden zu sein, Gleiche und Gleicher unter Gleichen, Mensch unter Menschen: Pilgerin und Pilger mit Hunger nach mehr Lebensfreude.

Kontaktadresse
Thomas Schweizer
Reformierte Kirchen Bern-Jura-Solothurn
Gemeindedienste und Bildung
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