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RefBEJUSO

Nachruf Kurt Marti

13.2.17 Refbejuso - Kurt Marti ist kurz nach seinem 96. Geburtstag gestorben. Erst vor wenigen Tagen ist Kurt Marti und sein Schaffen im Magazin der Reformierten «bref» gewürdigt worden. Die hervorragende Hommage las sich für mich ein wenig wie ein Nachruf. Man wusste, dass Kurt Marti auf den Tod wartet. Die Nachricht vom Tode von Kurt Marti kam deshalb nicht unerwartet. Trotzdem trifft sie einen.

Ein Glücksfall für die Kirche

Viele im mittleren Alter lernten die Gedichte Kurt Martis bereits in ihrer Schulzeit kennen. In seinen Gedichten versuchte er, das Reden von Gott offenzuhalten für das Geheimnis in ihm. Kurt Marti war kein «pflegeleichter» Pfarrer. Mit seinen politischen Aussagen eckte er an; er wurde gar vor Gericht gezogen und es wurde gegen ihn gehetzt. Auch aus kirchlichen Kreisen gab es Vorwürfe. So wurde ihm insbesondere vorgehalten, er habe von der Kanzel herab die Kirche in einen «Debattierclub» verwandelt.

Die Zeit der Vorwürfe war längstens vorbei, als der Synodalrat 2012 beschloss, dem grossen Begegnungsraum im Haus der Kirche im Altenberg in Bern den Namen «Saal Kurt Marti» zu geben. Damit würdigte der Synodalrat der Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn den Denker und Pfarrer Kurt Marti in gebührender Weise.


Bild: keystone.ch

Kurt Marti weilt nun nicht mehr unter uns. Er, der zeitlebens eine Skepsis gegen grosse Worte und «ewige» Wahrheiten hegte, wird indes weiterleben in seiner wortgewaltigen Lyrik.

Bern, 13. Februar 2017, Daniel Inäbnit, Kirchenschreiber


 

 
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