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Glaube braucht Musik - 2015 das Jahr der «Kirchenmusik»

Die Kirche wäre ohne Musik nicht denkbar: Wo Kirche ist, da klingt, musiziert und singt es, in Gottesdiensten, in Jugendgruppen, bei Seniorenanlässen, und das in allen möglichen Formen und Stilen. Musik und Glaube sind Geschwister. Das beginnt schon in der Bibel, wo im Psalter steht: «Singt dem Herrn ein neues Lied» (Psalm 96,1). Martin Luther sagte bei einem Tischgespräch: «Die Musik ist eine Gabe und Geschenk Gottes, sie macht die Leute fröhlich, man vergisst dabei allen Zorn.» Johannes Calvin führte in Genf den Psalmengesang ein, und seither ist das Singen besonders ein Markenzeichen der Reformierten. Und wer kennt nicht die überragende Tradition abendländischer Kirchenmusik, zu der grosse Namen wie Bach, Mozart oder Bruckner gehören - und die bis heute andauert?

Es gibt aber auch eine Not der Musik in der Kirche. Viele haben das Gefühl, gottesdienstliche Musik sei zu sehr auf die Orgel und auf Lieder aus früheren Jahrhunderten verengt. Vielerorts sucht man nach neuen Möglichkeiten, denn man spürt: Heutiger Glaube muss sich auch in zeitgenössischer Musik ausdrücken. Gleichzeitig möchte man die grosse Tradition geistlicher Musik nicht aufgeben. Der richtige Weg zwischen Tradition und Innovation, zwischen Gedächtnis und Weiterentwicklung ist nötig. Will die Kirche mit der Welt Schritt halten, muss sie sich auch den Takt aktueller Musik aneignen.

Aus diesem Grund setzten die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn einen Schwerpunkt bei der Kirchenmusik. In den Gemeinden, auf Tagungen und in Konzerten soll gemeinsam darüber nachgedacht werden, welche Musik in unserer Kirche heute und morgen erklingen könnte.

Eröffnet wurde das «Jahr der Kirchenmusik» mit der Tagung «Thank you for the music - Gemeinde gestalten durch Kirchenmusik» am 17./18. November 2014 in Bern. In Referaten und Workshops war  der Frage nachgegangen, was die Funktion von Kirchenmusik im Gemeindeleben und in der Gesellschaft ist.

Der Kirchensonntag 2015, traditionellerweise am 1. Februarsonntag, fand unter dem Titel «Die Kirche zum Klingen bringen» statt. 

Das Kirchenklangfest cantars setzte von März bis Juni 2015 einen nationalen kirchenmusikalischen Akzent. In unserem Kirchengebiet sind ein Rap-und-Poetry-Event sowie verschiedene Konzerte geplant. In Bern fanden am 20. März ausserdem ein «Mini-Kongress» «Zwischen Zeit und Ewigkeit statt: Wie soll Kirche klingen?»

Den Abschluss des «Jahrs der Kirchenmusik» bildete der V. Internationale Kongress für Kirchenmusik von 21. bis 24. Oktober 2015 in Bern. Unter dem Titel «... der Kunst ausgesetzt» will der Kongress Protagonisten und Interessierte zu einer Standortbestimmung zur Neuen Musik in der Kirche zusammenführen. Neben einer wissenschaftlichen Tagung soll an zahlreichen Konzerten in der Stadt alte und neue Kirchenmusik aufgeführt und zur Diskussion gestellt wer-den.


 

 
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