Der Ostermarsch hat Tradition. Seit über fünfzig Jahren setzen die Ostermärsche europaweit ein Zeichen gegen Ungerechtigkeiten und Ungleichheit. Zum achten Mal in der Folge fand der Ostermarsch in Bern am Ostermontag, 5. April 2010, statt. Zusammen mit diversen anderen Kirchen, Hilfswerken, Friedensorganisationen, christlichen und bäuerlichen Organisationen aus der Deutschschweiz sowie der Romandie organisierte die Fachstelle OeME den Ostermarsch 2010, der unter dem Motto "Frieden auf den Feldern - Frieden auf dem Teller" stand. Thematisch lag der Schwerpunkt auf der Ernährungssouveränität als friedenspolitisches Konzept bzw. der gesicherte Zugang zu Ressourcen als Konfliktprävention.
Inmitten flatternder Friedensfahnen trafen sich mehr als 800 Menschen im Berner Eichholz. Nach einem berührenden musikalischen und thematischen Auftakt spazierte Gross und Klein bei frühlingshaftem Wetter der Aare entlang auf den Münsterplatz, wo die Schlusskundgebung mit der Simbabwerin Angeline Munzara und Irène Anex von der Bauerngewerkschaft Uniterre stattfand. Im Mittelpunkt der Reden standen das Recht auf Nahrung als Menschenrecht und die weltweit von kleinbäuerlichen Organisationen erhobene Forderung nach Ernährungssouveränität. Die Rednerinnen betonten, dass Hunger auch Gewalt bedeute und die Landwirtschaftspolitik demnach auch ein Teil der Friedenspolitik sei. Sie schilderten eindrücklich, wie Kleinbäuerinnen und Kleinbauern weltweit täglich Opfer von Verdrängungskämpfen durch das Agrobusiness werden. "Wälder abzuholzen, um mit Agrotreibstoffen Autos anzutreiben, entzieht Menschen in Afrika die Möglichkeit, sich selber zu ernähren. Das Recht auf Nahrung wird auf dem globalen Marktplatz verschleudert", so Munzara in ihrer eindringlichen Rede.
Den Abschluss des Ostermarsches machte die elfköpfige Berner Band mit dem Namen Traktorkestar und ihrer mitreissenden musikalischen Mischung aus Balkan-Folklore und Schweizer Heimatmusik. Dazu gab es feine Spezialitäten von den Emmentaler Bauernfrauen, ganz nach dem Motto "eat local, think global - lokal essen, global denken".
Die Reformierten Kirchen Bern-Jura-Solothurn sehen im Ostermarsch einen bedeutenden Beitrag zum bereichsübergreifenden Projekt "Dekade zur Überwindung von Gewalt".
Download
Flyer
Weiterführende Links