Beauftragungsfeier erstmals von einer Frau - Pfarrerin Judith Pörksen Roder - geleitet

Frau Pörksen, was bedeutet es für Sie, eine Woche nach dem zweiten schweizweiten Frauenstreik als erste Frau eine Beauftragungsfeier zu leiten?

Für mich war es eine grosse Freude, die Beauftragungsfeier vom 22. Juni zu leiten und es ist höchste Zeit, dass Frauen in unserer Kirche solche leitenden Aufgaben übernehmen. Von denen, die sich am Samstag beauftragen liessen, waren die Frauen in der Mehrzahl (13 Frauen und 4 Männer haben sich beauftragen lassen) und auch die freiwillig und ehrenamtlich Mitarbeitenden in unserer Kirche sind in der Mehrzahl Frauen.


In Ihrer Predigt haben Sie betont, wie wichtig es sei, den Menschen die befreiende und aufrichtende Kraft der biblischen Botschaft konkret werden zu lassen. Gibt es darin Unterschiede für Männer und Frauen?

Nein, die befreiende und aufrichtende Kraft der biblischen Botschaft gilt für Männer wie Frauen gleichermassen und in den biblischen Geschichten wird dies von Männern, Frauen und auch Kindern eindrucksvoll erzählt.


In der Beauftragungsfeier verpflichtet sich die Kirche, sich für die Anerkennung des katechetischen und sozialdiakonischen Amts einzusetzen. Was gedenkt der Synodalrat konkret zu tun, damit die Gleichwertigkeit der drei Ämter noch sichtbarer wird?
 

Geplant ist, bei der Umsetzung des Landeskirchengesetzes eine stärkere Zusammenarbeit der Ämter (Pfarramt / Sozialdiakonisches Amt / Katechetisches Amt) zu fördern. Durch eine Kommission, in der die genannten drei Ämter paritätisch vertreten sind, soll dies gewährleistet werden.

Judith Pörksen Roder ist seit dem 1. April 2019 Mitglied des Synodalrats und steht dem Departement Gemeindedienste und Bildung vor.
Judith Pörksen während ihrer Predigt im Berner Münster.